Wie komme ich an eine gute Domain?
Zu Beginn der Domainvergabe war das kein großes Problem. Doch bereits Mitte der 90er Jahre war ersten Pionieren klar, welche Bedeutung ein guter Domainname hatte und insbesondere zukünftig haben würde. Eine Domain wurde gerne mit einer Immobilie verglichen, da beiden gemein ist: absolute Einmaligkeit! Was gleichzeitig bedeutete, dass der Mangel zum wertbestimmenden Faktor werden konnte - die beste Voraussetzung für ein florierendes Business. Folgerichtig gehört der Domainhandel heutzutage zu den lukrativsten Geschäftsmodellen überhaupt. Allein die Anzahl der .de - Domains ist lt. Denic (die zentrale Registrierungsstelle von .de - Domains) bis heute (September 2011) auf die ungeheuere Anzahl von ca. 14.500.000 Registrierungen angewachsen - Tendenz: steigend....
Was in der Praxis bedeutet: die wirklich guten, aussagefähigen und prägnanten Domainnamen sind eigentlich bereits vergeben und können allenfalls noch käuflich erworben werden. Was wiederum unmittelbar zu der Frage führt:
Wieviel ist eine Domain wert? Die Antwort auf diese Frage ist für jeden von Bedeutung, der eine Domain für den eigenen Webauftritt sucht oder mit Domainnamen handelt, also Domains ankauft, um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Zwar gibt es eine Reihe von Bewertungskriterien, die sich im Laufe der Jahre als wichtig und sinnvoll bewährt haben. So wird beispielsweise ein kurzer, generischer Domainname als wertvoller (und damit teurer) erachtet als ein langer, ein beschreibender ist besser als ein Phantasiename, die .de - Domains sind für den deutschen Markt tauglicher als viele andere registrierbare TLD\`s (siehe auch den Beitrag "Top-Level-Domain" in Wikipedia). Am vergleichsweise einfachsten ist die Bewertung einer Domain mit einem bestehenden Projekt. Dann sind praktisch alle relevanten statistischen Daten wie die monatlichen Besucherzahlen, die Referrerliste, die Backlinks etc. bekannt und können herangezogen werden. Im Idealfall sind sogar die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Umsatz, Kosten etc. zugänglich.
Schwieriger ist die Bewertung einer Domain ohne Projekt, insbesondere für Laien, die nicht mit den Arbeitsmethoden des Domainbusiness vertraut sind.
Doch unabhängig von Bemühungen um Klarheit: den "objektiven" Wert einer Domain gibt es nicht. Letztlich gilt wie bei fast allem, so trivial es auch ist: der Wert einer Domain entspricht dem, was ein Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zahlen bereit ist. Das ist so schlicht wie es klingt - und leider für die Festlegung eines Verkaufspreises gänzlich ungeeignet. Da braucht es schon etwas mehr an objektiven (oder auch scheinbar objektiven) Bewertungskriterien...
So haben sich im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe an Verfahren, Formeln, Orientierungshilfen herausgebildet für die Wertbestimmung einer Domain. Manche Anbieter von Bewertungen berücksichtigen eine Vielzahl von Daten, andere begnügen sich mit wenigen Eckdaten. Vorsicht und Skepsis sind in jedem Fall geboten und es sei ausdrücklich davor gewarnt, irgendwelche Wertansätze zu übernehmen, so seriös sie auch daherkommen.
Die nachfolgende Liste gibt einen Überblick über verschiedene Anbieter von Bewertungen. Wie groß die Schwankungen sein können geht aus den Tabellen unten hervor.
Sedo (www.sedo.de)
Sedo bezeichnet sich selbst als den "weltweit größten Handelsplatz für Internetadressen" und bietet eine Vielzahl an Services, u.a. auch eine - kostenpflichtige - Wertermittlung für Domains. Das Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren auf dem Markt und gehört sicher zu den seriösesten Adressen. Sedo bietet kostenpflichtige Domainbewertungen an und unterscheidet zwischen einer "Domain-Bewertung" (€ 29,00/Domain) und einem "Domain-Gutachten" (€ 49,00/Domain). Darüber hinaus bewertet Sedo auch ganze Portfolios.
Eine Reihe von Anbietern bieten kostenlose Bewertungen an. Dabei ist nicht immer klar, welche Parameter für die Bewertung herangezogen werden.
Adresso.de (www.adresso.de) Adresso.de bietet sowohl kostenpflichtige Bewertungen an (z.B. nach der sog. Horatius - Formel) als auch kostenlose.
Adressio.de (www.adressio.de) item...
Weitere Anbieter von kostenlosen Domainbewertungen sind u.a.:
Adrea Domainrate.net Domainbewerten
Wir haben mal einige Domainnamen kostenlos schätzen lassen (am 15.02.2010 und am 5.9.2011). Wie weit die Bewertungen der einzelnen Anbieter auseinanderliegen können - und wie fragwürdig die Ergebnisse damit sind - wird aus folgenden Tabellen klar:
Eingabe: www.deutschland-versichert.de
adresso.de |
€ 2.300,00 - 2.700,00 |
adressio.de
|
€ 3.200,00 |
Adrea |
€ 909,21 |
Domainrate.net
|
€ 1.442,00 |
Domainbewerten.com
|
€ 144,14 |
Eingabe: www.amazon.de:
adresso.de |
€1.100,00 - 1.300,00 |
adressio.de
|
€ 129.588,00 |
Adrea |
€ 196.101,58 |
Domainrate.net
|
€ 965,00 |
Domainbewerten.com
|
€ 673.062,56 |
Eingabe: www.deutschland-dankt.de
adresso.de |
€ 440,00 - 510,00 |
adressio.de
|
€ 6.957,00 |
Adrea |
€ 803,64 |
Domainrate.net
|
€ 134,00 |
Domainbewerten.com
|
€ 277,61 |
... und schließlich noch "Pferd" (www.pferd.de) - eine Domain mit immerhin einer ganzen Reihe von idealen Merkmalen wie Kürze des Begriffs, Bekanntheit, Eindeutigkeit etc.
adresso.de |
€1.300,00 - 1.500,00 |
adressio.de
|
€ 100.836,00 |
Adrea |
€ 4.064,67 |
Domainrate.net
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€ 1.476,00 |
Domainbewerten.com
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€ 2.002,03 |
Fazit: Bei derartigen Schwankungen kann man nicht mehr von zuverlässigen Bewertungen sprechen. Wie schwierig das Thema "Domainbewertung" ist, insbesondere im Hinblick auf Prognosen, wird deutlich, wenn man die aktuelle Diskussion zu diesem Thema auf www.consultdomain.de verfolgt.
Eine gute Hilfe können Verkaufslisten bieten. Einen Überblick über aktuell erzielte Preise für Domainverkäufe kann man z.B. bei
www.domainpreise.com und www.domainvermarkterforum.de
bekommen.
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